Hof Schneermann hat clever kombiniert: Antti-Trocknungsanlage und Biogas!
Hof Schneermann: Antti-Trocknungsanlage und Biogas — clever kombiniert!
Hof Schneermann in der Nähe von Berlin betreibt seit Anfang 2026 erfolgreich seine Antti Trocknungsanlage. Der neue 33MF3 nutzt dabei zur Unterstützung der Heizleistung die Abwärme einer Biogasanlage. Das gesamte Projekt, das zunächst eher als unfreiwillige Entscheidung begann, ist nun eine wirtschaftliche Erfolgsgeschichte.
Mit der Maisernte 2025 kam die große Herausforderung:
Familie Schneermann betreibt Ackerbau mit verschiedensten Feldfrüchten, wovon etwa 300ha für den Maisanbau genutzt werden. Zur Ernte hat er ca. einen Feuchtegrad von 25%, max. 35%. In der Vergangenheit wurde der Silomais üblicherweise an eine größere regionale Biogasanlage abgegeben, in 2025 konnte das jedoch nicht mehr so realisiert werden. Wenn gewohnte Absatzwege nicht mehr funktionieren, steigt der Druck, wirtschaftliche Alternativen zu finden. Für Familie Schneermann war es dabei wichtig, ihre Unabhängigkeit und Flexibilität zu erhalten und gleichzeitig eine praktikable Lösung für ihren Betrieb zu finden.
Getreidetrocknung völlig neu gedacht:
Schnell war klar, dass man das Thema Maistrocknung selbst in die Hand nehmen möchte. Für den Trocknungsprozess in einer neuen, eigenen Trocknungsanlage sollte die Abwärme einer Biogasanlage genutzt werden, um Heizenergie zu sparen. Damit über das Jahr durchgehend diese zusätzliche Energiequelle genutzt werden kann, benötigte Familie Schneermann eine Lösung zur Lagerung des feuchten Maises ohne Qualitätseinbußen. Ende August 2025 begann die kurze, aber intensive Recherche über Lagerung, Trocknungsanlagen und Nutzung der Biogasanlage als Energiequelle. Für die Maislagerung hat man sich schnell für die Schlauchsilierung entschieden. Das Handling ist einfach, die Investition in Material und Zusatzgeräte überschaubar und das Wichtigste: keine Qualitätsverluste während der Lagerung über mehrere Monate. Zu dieser Zeit kam der finnische Hersteller von Trocknungsanlagen Antti auf den deutschen Markt. Aus dem umfangreichen Produktprogramm mit vielseitigen Anpassungsmöglichkeiten, konnte schnell eine passende Lösung für diese individuelle Anforderung gefunden werden. „Wir wurden hier wirklich toll beraten, was Auswahl und Anpassung der Anlage betrifft. Alles in allem ein unschlagbares Preis-Leistungsverhältnis“, freut sich Betreiber Felix Schneermann über die erfolgreiche Investition.
Der 33MF3 im Dauereinsatz:
Die Mixflo-Trocknungsanlage von Antti, der 33MF3, wurde schon im Dezember geliefert und montiert, aufgrund der kalten Witterung jedoch erst im Februar 2026 in Betrieb genommen. Pro 24 Stunden werden zwei Trocknungszyklen durchlaufen, in denen jeweils ca. 23t Mais mit einer 25%igen Feuchte getrocknet werden. Dabei wird der Mais mit Hilfe einer Entnahmeschnecke umgefüllt in einen Anhänger, aus dem wiederum der Trichter der Trocknungsanlage befüllt wird. Über einen zwischen Biogas- und Trocknungsanlage geschalteten Warmwasserradiator wird je nach Außentemperatur eine Vorlauftemperatur von 40–50°C erreicht. Das heizölbetriebene Heizgerät des Mixflo-Umlauftrockners erhöht die Trocknungstemperatur anschließend auf die erforderlichen 90–110°C. Dabei werden durchschnittlich nur 12–13l Heizöl benötigt. Der getrocknete Mais wird anschließend in den regionalen Mühlen zu Futtermais verarbeitet.
Die entscheidende Frage: Hat sich die Investition aus heutiger Sicht gelohnt?
„Ja, unbedingt! Was wir nach etwa einem halben Jahr Betriebszeit feststellen können: Mit der eigenen Lagerung und Trocknung in der Kombination mit der Biogasanlage liegen wir durchschnittlich 30% günstiger als über den alten Absatzweg über den Landhandel. Wir sehen hier wirklich eine schnelle Amortisierung der Investition“, freut sich Felix Schneermann. Die gewonnene Flexibilität hat auch den Vorteil, dass der Mais nicht nur zu den niedrigen Marktpreisen im Erntezeitraum verkauft werden kann, sondern auch außerhalb der Saison, wenn die Preise höher sind. Die Entscheidung für die Anlage würde Familie Schneermann jederzeit wieder so treffen.
Bilder:
1.) Der Mais aus der Schlauchlagerung mit einem Feuchteanteil von 25% ist bereit zur Weiterverarbeitung:
2.) Mit Hilfe der Entnahmeschnecke wird der Mais aus dem Schlauch auf einen Anhänger geladen:
3.) Vom Anhänger wird der feuchte Mais in die Trocknungsanlage entleert:
4.) Zwei Trocknungszyklen mit jeweils ca. 23t Mais durchlaufen die Anlage in 24 Stunden:
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